Über mich - die Häferlguckerin

Ich steckte mitten im Umzug. Wien sollte ich hinter mir lassen und im südlichen Niederösterreich meine neue Heimat finden. Kästen und Schubladen mussten geleert und alles in Kisten verpackt werden. Also kramte und kramte ich und zwischen all dem Gerümpel, der sich so über Jahre angesammelt hatte, fiel mir ein kleines Büchlein in die Hände. „Schreyek Anna“ stand in zarter Feder geschrieben drauf. Es war der Mädchenname meiner Oma. Das Hefterl – es glich einem alten, vergilbten Schulheft – fiel schon fast auseinander. Die Heftklammern, die üblicherweise die Innenseiten mit dem Heftrücken zusammenhielten, waren nicht mehr vorhanden. Die linierten Blätter flatterten heraus. Vorsichtig sammelte ich die Seiten ein. Seite für Seite. Es waren die handschriftlichen Rezeptaufzeichnungen meiner Oma. Speisereste klebten an den Seiten. Das persönliche Rezeptheft kam wohl oft zum Einsatz.

 

Ich las laut vor: Bauernbrot, Kaiserschöberl, Apfelnocken, Böhmische Dalken, Streusel-Zwetschkenkuchen, Rumschnitten,…. Es waren alles Lieblingsgerichte meiner Oma. Gleichzeitig kamen die Erinnerungen an meine Kindheit. Bilder tauchten im Kopf auf, als meine Großmutter gerade Germknödel machte, die ich so sehr liebte. Ihre Wohnung verwandelte sich kurzerhand in eine kleine Backstube. Der Duft von Zimt und frischer Germ lag in der Luft. Die Küche eingehüllt in einen Mehlschleier – es schien, als würde feiner Nebel durch die Wohnung ziehen. Die Sonnenstrahlen, die durch das Fenster lachten, taten ihr Übriges. Die Ungeduld nach diesen mit Powidl gefüllten Germteigkugeln wurde immer größer.

 

Das Klingeln an der Eingangstür holte mich wieder in die Gegenwart und in mein Umzugschaos zurück. Wenn das nicht der ideale Zeitpunkt einer neuen Reise war. Eine Reise in eine unbekannte Zukunft. Denn das Auffinden dieses kleinen Heftchens, in dem so viel Geschichte steckt, war der Beginn und die Geburtsstunde der Häferlguckerin. Mein Kochblog, den ich ab diesem Zeitpunkt konzipierte, soll nun meine persönliche Rezeptsammlung werden. In dem ich aber auch zuckersüße Küchengeheimnisse und Familienrezepte meiner Oma lüfte, sie neu interpretiere und in Szene setze. Im World Wide Web gespeichert und festgehalten – für die Ewigkeit.

 

Viel Vergnügen beim in´s Häferl, oder eben in die Kochtöpfe gucken, Entdecken und Ausprobieren der kunterbunten Köstlichkeiten.

Im Wordrap...

 

  • Was ich bin: leidenschaftliche Hobbyköchin
  • Was ich leider nicht bin: Profiköchin
  • Was mich reizen würde: einen eigenen kleinen Gourmettempel zu führen
  • Was ich schätze: Leute, die mit mir das Gefühl von Sinnlichkeit und kulinarischem Geschmack teilen
  • Meine Leidenschaft: kochen, aber noch lieber esse ich
  • Für wen stelle ich meine Küche auf den Kopf: für meinen Schatz, Freunde & Familie
  • 3 Stichworte, die mich in der Küche am treffendsten beschreiben: neugierig, experimentierfreudig, genussorientiert
  • Worauf ich in der Küche besonders Wert lege: regionale und saisonale Zutaten – so gut es möglich ist – und wenn diese noch bio sind, dann ist alles gut
  • Kochen ist für mich: vergängliche Kunst
  • Woraus schöpfe ich meine Ideen in der Küche: von heimischen Gourmetköchen, meinen Reisen und der internationalen Küche
  • Meine persönliche Note: meine Rezepte – die sind selten exakt eins zu eins so, wie im Kochbuch beschrieben – denn ich wandle oft Zutaten und/oder die Zubereitung ganz nach meinem Gefühl, Geschmack, Lust & Laune einfach ab
  • Genuss beginnt bei mir: im Kopf, enden tut er am Gaumen – und dazwischen liegt das genussvoll drapierte Gericht, serviert im passenden Geschirr und gegessen im stimmungsvollen Ambiente – nicht umsonst kombiniere ich meine Feinschmeckertipps mit tollen Dekotipps
  • Worauf ich nie verzichten könnte: Schokolade
  • Das mag ich gar nicht: Erbsen, Bohnen und Pilze aller Art – und daher wird es mit Garantie nie Rezepte mit diesen Zutaten geben
  • Was selbst in größter Not aus Zeitmangel niemals bei mir auf den Tisch kommen würde: Fertiggerichte
  • Die Zuckerseite in meinem Leben: mein Schatz, der dankbarste Kunde meiner Kochkünste von Wien bis Nebraska und wieder retour. Und der übrigens mit seiner Kamera all die tollen Bilder auf der Seite fotografiert

 

Hier steckt eine wahre Häferlguckerin drin

Gibt man etwa den Suchbegriff „Häferlgucker“ in der Suchmaschine ein, so wird auf wien.gv.at der Begriff „Häferlgucker“ umgangssprachlich als ein neugieriger Mensch, „…der sich in der Küche über Zusammensetzung und Zubereitungsstand der Speisen informiert“, beschrieben. Weiters wird hier davon ausgegangen, dass die Bezeichnung in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts entstanden ist, „…als die Regierung im Sinne einer merkantilistischen Wirtschaftspolitik den Import von Delikatessen zu beschränken

und den Verbrauch heimischer Nahrungsmittel zu fördern suchte.“