Oma´s süßes Küchengeheimnis

In meiner Kindheit war das immer ein großer Tag, wenn die Oma Germknödel gemacht hat. Ihre Wohnung verwandelte sich kurzerhand in eine kleine Backstube. Der Duft von Zimt und frischer Germ lag in der Luft. Die Küche war eingehüllt in einen Mehlschleier, es schien, als würde feiner Nebel durch die Wohnung ziehen. Die Sonnenstrahlen, die durch das Fenster lachten, taten ihr Übriges dazu.

Die Küche wohlig warm, sodass der Germteig ordentlich aufgehen konnte. Die fertig geformten Knödel warteten ungeduldig unter einem weißen Leinentischtuch auf ihren großen Auftritt, im großen Kochtopf über Dampf gegart zu werden - und ich beobachtete jeden Handgriff. Und wehe, ich wagte einen Blick unter das Tischtuch um zu bewundern, wie die weißen mit Powidl gefüllten Germkugeln immer größer wurden - ein kalter Lufthauch ließ sie im Nu in sich zusammen fallen - weniger zur Freude meiner Oma.

 

Das Rezept, die Tricks und die Liebe zu den Germknödeln sowie das kleine Büchlein mit den Familienrezepten habe ich von meiner Oma geerbt, heute lüfte ich ihr zuckersüßes Küchengeheimnis.  


Germknödel nach Oma´s Art

  

Unlängst las ich in einer Zeitung, dass der Germknödel, eine typische Wiener Mehlspeise,  schon immer ein beliebtes Fastenessen war, da er meistens an Freitagen gegessen wurde - und dieser galt in Österreichs Haushalten als Fastentag. 

 

Diese Germknödel sind ein typisches Rezept aus dem Fundus meiner Familie, um nicht zu sagen der Rezepte-Klassiker meiner Oma. Ein regionales Gericht mit Geschichte.

 

Diesen bezaubernden Teller gibt es übrigens bei My Sweet Home - Einrichterei mit Schöngeist, wie viele andere Schätze.

   

Zutaten für  6 Germknödel

Zubereitungszeit:  45 Minuten +  60 Minuten Geh- und Garzeit

Für Hobbyköche

   

500 g Mehl glatt

60 g Butter geschmolzen

2 EL Kristallzucker

42 g Germ (frisch)

1 Ei

ca. 0,25 l Milch

Powidl

Rum

Zimt

Zucker

Mohn - frisch gerieben schmeckt er am besten - alternativ kann jedoch aber auch ein fertig gemahlener verwendet werden

Staubzucker, Vanillezucke

 

So funktioniert´s

Für das Dampfl in einem Glas 1 Esslöffel lauwarme Milch mit 1 Kaffeelöffel Zucker verrühren, die Germ einbröseln und glatt rühren. An einem warmen Ort (Backrohr) aufgehen lassen.

Mehl, Zucker, Ei, zerlassene Butter, Dampfl in eine Schüssel geben, so viel lauwarme Milch dazu geben, bis ein halbfester Teig entsteht. Den Teig um die doppelte Menge aufgehen lassen.

 

Powidl, Zimt, Zucker und ordentlich Rum für die Fülle glatt verrühren.

Ca. 10 dag Teigmasse flach drücken, Powidlmasse mit einem Löffel in die Mitte setzen, die Teigenden zusammendrücken und Knödel formen und auf eine bemehlte Arbeitsfläche legen. Mit einem Baumwolltuch abdecken und noch einmal aufgehen lassen.

 

Die Germknödel nun der Reihe nach im Dampfgarer ca. 20 Minuten kochen. Im Anschluss mit einer dünnen Stricknadel anstechen, damit die Luft entweichen kann.

 

Frisch geriebenen Mohn mit gesiebtem Staubzucker und Vanillezucker vermischen, Butter zerlassen und über die Knödel träufeln.

 

Tipp von Häferlguckerin´s Oma!

Da es Dampfgarer zur damaligen Zeit noch nicht gab, gelingen die Germknödel auch wunderbar in einem großen Kochtopf. Den Kochtopf fingerdick mit Wasser füllen, die Knödel auf einen mit zerlassener Butter bestrichenen Locheinsatz legen und ca. 11 Minuten über Dampf garen lassen. Deckel vorsichtig abnehmen, Knödel anstechen.

 

Lust auf mehr süße oder auch pikante Hauptgerichte oder süße Drüberstrarer?

Kommentar schreiben

Kommentare: 0