Zwischen Schein und Sein

Objektiv betrachtet, kommen Feinschmecker, sowie Fast-Food-Fans dank den gastronomischen Möglichkeiten am Bahnhofsareal ja voll auf ihre Kosten. Gäbe es da nicht den Akt der Subjektivität. Angesichts dessen, was einem als hungriger Konsument da so an Snacks untergeschoben wird, ist man erst einmal ratlos, was von dem reichhaltigen Angebot wohl das geeignetste für eine über sechs stündige Zugfahrt von Wien Hbf. nach Bozen wäre. Ohne die Mitreisenden damit allzu sehr zu belästigen – geruchstechnisch.

 

Kebab scheidet dann schon eher mal aus. Leberkässemmerl prinzipiell sowieso. Pizzaschnitte von der Junkfoodbudel um die Ecke? Unfallfrei nahezu kaum zu verzehren und ebenfalls zu geruchsintensiv.


Die unendliche Geschichte des genial einfachen Snacks to go 

 

Und wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Sandwich her. Eine wohlklingende Aufschrift bewog mich, den „Käsekornspitz mit Garnitur“ käuflich zu erwerben. Eine passable und recht verlockende Snackoption, so wie ich meinte. Wäre da nicht die Sache mit dem trügerischen ersten Eindruck. Die umwickelte Serviette lässt das tatsächliche Ausmaß der Köstlichkeit vorerst völlig unentdeckt. Das Käseblatt ringelt sich bereits zum Kokon zusammen. Um das lieblos zwischen Weckerl und Käse platzierte Salatblatt, würde sich nicht einmal mehr ein Kaninchen reißen. Mittig aufgetürmt, drei schon etwas in die Zeit gekommene, verrunzelte Gurkenscheiben und eine – zumindest noch recht frisch wirkende – Scheibe Paradeiser. Und dann war da noch dieses zarte, schüchterne, kaum wahrnehmbare Fragment einer roten Paprikaspalte unter all dem verborgen. Der Kornspitz selbst: von resch und knackig keine Rede. Nun wird mir auch klar, warum dieses in einem von nachhaltig weit entfernten Cellophanbeutel verpackte Sandwich vermutlich bereits längere Zeit im Kühlregal verweilte. Rollen kann ich mich selber!

 

Für mich war somit klar, Plan B musste auf Schiene gebracht werden. Daher setze ich neuerdings ganz auf Marke „selfmade“ – allerdings abseits des ordinären null-acht-fünfzehn Sandwiches. Bin ich längere Zeit mit dem Zug unterwegs, gehe ich nur noch mit meiner flippigen Lunchbox in der schicken Netztasche außer Haus. Der Inhalt: Essen von höchster Güte, souverän zubereitet. Genial einfach. Ohne große Hexerei, ohne viel Tamtam. Ganz nach Lust und Laune, Vorlieben für Produkte, oder gar Aversionen gegen Zutaten gefüllt, gewickelt und gerollt und eingeschlichtet. Voller Aromen. Unerreicht frisch. Himmlisch gut. Verpackt im eigenen Schüsserl. Kein Plastik, kein Müll. Und immer wieder befüllbar – ob für süße oder pikante Leckereien, für die Bürojause, für´s Picknick im Grünen, oder aber eben für die nächste Zugreise.


Spinat-Schafkäse-Wrap mit würziger Salsa 

 

 Wraps sind im Handumdrehen zubereitet und sind die besten Snacks für Zwischendurch oder Unterwegs. Einfach mit den gewünschten Zutaten befüllen, einrollen und fertig. Sie lassen sich variantenreich und kreativ gestalten – ganz nach Lust und Laune. Darüber hinaus lässt sich ein Wrap perfekt vorbereiten und für einen Ausflug einpacken. Mit einer guten Vorbereitung wird er somit im Nu zu einem perfekten Snack für unterwegs – wie etwa ein Picknick im Grünen, eine lange Zugreise oder aber auch für die Bürojause. Verpackt in einer eigenen Lunchbox bist du zusätzlich nachhaltig unterwegs. Denn die Lunchbox kann immer neu mit leckeren Gustostückerl – ob süß oder pikant – befüllt werden. 

 

Zutaten für 2 Wraps

Zubereitungszeit: 30 Minuten

Für Hobbyköche

 

2 Tortillas

100 g Crème fraîche natur

Eine Handvoll Petersilienblätter

Meersalz

100 g frische Spinatblätter

100 g Schafkäse

 

Zutaten für die Salsa

1 Gurke

100 g Cocktail Tomaten

1 kleine rote Spitzpaprika

1 Chilischote

1 Schalotte

1 Knoblauchzehe

2 EL Limettensaft

Petersilie

Basilikum

Meersalz, Pfeffer

 

So funktioniert´s

Für die Salsa die Gurke halbieren und aushöhlen, um die Kerne zu entfernen und in kleine Würfel schneiden.

Die Tomaten ebenso halbieren und die Kerne entfernen. Das Fruchtfleisch in kleine Würfel schneiden.

Den Paprika putzen und ebenfalls in kleine Würfel schneiden.

Schalotte und Knoblauch schälen und in feine Würfel schneiden.

Chili entkernen, Petersilie und Basilikum hacken, mit den Gemüsewürfel vermischen und mit Limettensaft, Salz und Pfeffer abschmecken.

 

Eine Handvoll Petersilienblätter hacken und mit Crème fraîche und Salz glattrühren.

 

Die Tortillas auf einer Arbeitsfläche auflegen, großzügig mit der Crème fraîche-Creme bestreichen und mit Spinatblätter belegen.

Ca. 2 Esslöffel von der Salsa im unteren Drittel der Tortilla verteilen und den Schafkäse darüber bröseln.

Den Rand der Tortillas nun rechts und links ca. 2 cm. einschlagen und von unten beginnend fest einwickeln. Die Tortilla nun mittig schräg durchschneiden. Das untere Drittel kann nun mit einem Streifen Butterbrotpapier oder Packpapier und einem Bindefaden umwickelt werden – dies sieht nett aus und erleichtert das Essen der Wrap. 

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