Die Wandlung unscheinbarer Faszinationen

Meine ersten Stunden auf Skiern sind zwar schon einige Jahre her, aber an ein Detail kann ich mich noch ganz genau erinnern. Skifahren war etwas, was man früher ganz selbstverständlich gelernt hat. Kaum war ich drei Jahre alt, ging es ohne Umwege ins Pistenvergnügen. Schon die erste Abfahrt endete für mich fatal. Trotz allem stand ich das Jahr darauf wieder auf den Bretteln. Und viele Jahre danach auch. Kaum ein Skicircus endete ohne nassem Hintern, die Faszination am Skifahren war allerdings ungebremst.

 

Heute tausche ich Pistengaudi mit einer Liebesaffäre der einfachen Sorte, die in Sekundenschnelle unsere Begierde nach Sättigung stillt. Zum Glücklichsein muss es allerdings nicht immer kräftig-deftig oder zum Dahinschmelzen süß sein. Mein Rundum-Glücklich-Menü für kalte Wintertage: Maronicremesuppe mit Apfel-Nuss-Topping, Linguine mit gebratener Ente und karamellisiertem Radicchio und gebackene Apfelradeln in Zimtzucker - wahre Seelentröster für Fortgeschrittene. 

 

Lasst es euch gut schmecken!


Von Schussabfahrten und Einkehrschwüngen zu Seelentröstern für Fortgeschrittene

 

Meine ersten Stunden auf Skiern sind zwar schon einige Jahre her, aber an ein Detail kann ich mich noch ganz genau erinnern. Damals, da war die Sache klar. Eine Woche rund um Weihnachten, eine Woche in den Semesterferien. Skifahren war etwas, was man früher ganz selbstverständlich gelernt hat. Kaum war ich drei Jahre alt, ging es ohne Umwege ins Pistenvergnügen. Meine Eltern packten mich und meinen um zwei Jahre älteren Bruder gemeinsam mit den Skiern ins Auto und machten sich auf in Richtung Berge. Schließlich musste jeder echte Österreicher auf zwei Brettern einen Berg hinunterkommen. Schon die erste Abfahrt endete für mich fatal. Nicht, dass ich besonders stolz auf mein vom Knöchel bis zum Oberschenkel eingegipstes linkes Bein gewesen wäre, aber... Das Gipsbein hielt mich dennoch nicht davon ab, das Jahr darauf wieder auf den Brettln zu stehen – und das darauffolgende Jahr und viele Jahre danach ebenso wenig. Keine Piste war mir zu steil, keine Abfahrt zu rasant, kein Buckel zu groß, kein Schneesturm zu heftig. Zwar endete kaum ein Skicircus ohne nassem Hintern, die Faszination am Skifahren war indessen ungebremst.

 

Heute sehe ich das etwas anders. Winter ist viel mehr als Skivergnügen und Pistengaudi. Winter bedeutet für mich Ruhe, Entschleunigung, ohne an morgen oder gar übermorgen zu denken. Winter ist Sehnsucht nach Gemütlichkeit, Romantik und weißen Landschaften. Dann, wenn das Land unter einer sanften Daunendecke zur Ruhe kommt, hat das für mich was märchenhaftes, fast schon magisches. Obwohl die Winter schon lange nicht mehr so schneereich sind wie noch vor 15 Jahren – zumindest jene im Flachland, im Osten Österreichs. Die Winterzeit lädt zum Loslassen ein. Besonders nach einem so aktiven, viel zu turbulenten Sommer und einem noch bunteren Herbst, wächst die Sehnsucht nach Gemütlichkeit und gemeinsamen Momenten vor knisterndem Kaminfeuer. Während wir uns den Hüttenzauber ganz privat nach Hause holen, der Duft gebrannter Mandeln in die Nase steigt, schenken wir uns eine Tasse heiße Schokolade ein. Mit einem kräftigen Schuss Amaretto wärmt die Mischung selbst an richtig eisigen Wintertagen. Und mit Gerichten, die unsere Stimmung heben und das Wohlbefinden steigern, verwandeln wir unser Dinner in eine Liebesaffäre der einfachen Sorte, die in Sekundenschnelle unsere Begierde nach Sättigung stillt. Und uns neben bei noch den grauen Alltag erhellt. Um glücklich zu sein, muss es allerdings nicht immer kräftig-deftig oder zum Dahinschmelzen süß sein. Einfache, frische Zutaten, selbst viel Gemüse, heiße, dampfende Suppen mit exotischen Aromen reichen schon aus, um unserer Seele zu schmeicheln. Da wird sogar ein Apfel ganz schnell zum Seelentröster.

 

Den Beitrag gibt´s auch in der aktuellen Ausgabe des ÖBB-Kundenmagazins railaxed zum Nachlesen. Oder aber auch online.


Maronicremesuppe mit Apfel-Nuss-Topping

 

Edelkastanien gehören zur Herbst- und Winterzeit einfach dazu. Die nussige Frucht tunt aufgrund ihrer cholesterinsenkenden Wirkung nicht nur unserem Herzen gut, sondern vor allem unserer Seele. Eine besondere Gewürzmischung verleiht der Maronisuppe eine exotische Note. Die säuerlich-süß-knackige Einlage harmoniert ausgezeichnet zu der samtig-weichen aromatischen Suppe.

 

Zutaten für 4 Portionen

Zubereitungszeit: 45 Minuten 

Für Hobbyköche

  

Für die Suppe

2 Gewürznelken

1 TL Koriandersamen

5 Pimentkörner

1 Zwiebel

1 Knoblauchzehe

1 EL Butter

2 EL roter Portwein

1 EL dunkler Balsamessig

500 ml Gemüsesuppe

200 g Maroni (Vakuum)

1 Lorbeerblatt

1/2 Zimtstange

150 g Schlagobers

Meersalz, schwarzer Pfeffer (aus der Mühle)

Muskatnuss (frisch gerieben)

 

Für das Topping

50 g Haselnüsse

1 Apfel (säuerlich)

2 EL Butter

1 EL Ahornsirup

Meersalz, schwarzer Pfeffer

  

So funktioniert´s

Für die Suppe Nelken, Koriandersamen und Piment im Mörser zerstoßen. Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken.

Die Butter in einem Topf zerlassen, die Gewürze darin ca. 45 Sekunden rösten - bis sie zu duften beginnen. Zwiebel und Knoblauch dazu geben und glasig anschwitzen. Mit dem Portwein und dem Balsamessig ablöschen und mit Gemüsesuppe aufgießen. Die Maroni und die übrigen Gewürze hinzugeben und aufkochen lassen, 20 Minuten kochen lassen.

Lorbeerblatt und Zimtstange entfernen, Schlagobers beigeben, aufkochen lassen und die Suppe mit dem Mixstab pürieren. Mit Meersalz, Pfeffer und Muskatnuss würzen.

 

Für das Topping die Nüsse grob hacken. Apfel entkernen und in große Würfel schneiden.

Die Butter in einer Pfanne zerlassen. Die Apfelwürfel und Nüsse dazu geben und 2 Minuten dünsten. Ahornsirup hinzugeben und karamellisieren lassen. Mit Meersalz und Pfeffer würzen.

Suppe mit Topping anrichten.


Linguine mit gebratener Ente und karamellisierten Radicchio

 

Die Linguine mit kurz gebratenem, leicht karamellisierten Radicchio, Safran-Orangen-Crème Fraîche und gerösteten Pinienkernen verleihen dem Gericht gleichzeitig ein leicht bitteres, fruchtiges, cremig-nussiges Aroma. Und die wundervolle Farbe, das kräftige Safrangelb, alleine ist es, die gute Laune macht.

 

Zutaten für 2 Personen

Zubereitungszeit: 50 Minuten 

Für Hobbyköche

 

Für die Entenbrust

1 Entenbrust

Meersalz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Muskatnuss frisch gerieben

1 EL Rapsöl

 

Für die Linguine

1 Kopf Radicchio

2 TL Zucker

Abgeriebene Schale von 1/2 Orange + ca. 4 EL Saft

4 EL Crème Fraîche

200 g Linguine

1 EL Butter

2 EL Olivenöl

1-2 Knoblauchzehe

0,2 g Safran gemahlen

2 EL Pinienkerne, goldbraun geröstet

1 Handvoll Petersilienblätter , fein gehackt

Meersalz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle

 

So funktioniert´s

Für die gebratene Entenbrust das Backrohr auf 80°C Ober- /Unterhitze vorheizen.

Die Entenbrust abspülen, trocken tupfen und auf der Hautseite mit einem scharfen Messer rautenförmig einritzen. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss auf beiden Seiten einreiben.

Eine Pfanne mit 1 EL Öl ausreiben. Die Entenbrust mit der Hautseite nach unten in die kalte Pfanne legen. Nun die Pfanne erhitzen und die Entenbrust ca. 5 Minuten bei mittlerer Hitze kross braten.

Die Entenbrust wenden und weitere zwei Minuten braten.

Entenbrust im vorgeheizten Backrohr ca. 20 bis 30 Minuten rosa garen. Herausnehmen, in Alufolie wickeln und rasten lassen.

 

Für die Linguine den Radicchio waschen, die äußeren Blätter entfernen, den Strunk putzen und den Radicchio achteln, so dass er durch den Strunk noch beisammen gehalten wird.

Knoblauch schälen und in sehr feine Scheiben schneiden.

Pinienkerne in einer beschichteten Pfanne ohne Fett goldbraun rösten.

Petersilienblätter abbrausen und fein hacken.

Crème Fraîche mit dem gemahlenen Safran und der Orangenschale vermischen. Butter und Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen, den Radicchio ganz kurz darin anbraten, den Zucker hinzugeben und karamellisieren lassen. Alles aus der Pfanne nehmen.

Die Hitze reduzieren und den Knoblauch darin anschwitzen. Den Orangensaft hinzugeben und etwas einkochen lassen, dann die Crème Fraîche -Orangen-Safran-Sauce einrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

In der Zwischenzeit die Linguine al dente kochen und 1-2 Schöpflöffel vom Nudelkochwasser abschöpfen und zur Sauce geben. Pasta abgießen, tropfnass zur Sauce geben und darin schwenken. Den Radicchio und die gehackte Petersilie unterheben und kurz erwärmen, mit Pinienkernen bestreuen und servieren.


Gebackene Apfelradeln in Zimtzucker

 

Wie ein Apfel zum absoluten Seelentröster wird? Indem man ihn – geschält, in Scheiben geschnitten und in Backteig gewendet – knusprig herausbäckt und die Apfelradeln in Zimtzucker wälzt. Fruchtig-säuerlich und zum Dahinschmelzen gut. 

 

Zutaten für 2 Personen

Zubereitungszeit: 20 Minuten + Backzeit

Für Hobbyköche

 

1 Ei

25 g Butter

112 g glattes Weizenmehl

125 ml Weißwein

1 Prise Salz

1 EL Staubzucker

1-2 Äpfel (säuerlich)

50 g Kristallzucker

1 Prise Zimt

Pflanzenöl zum Ausbacken

Staubzucker zum Bestreuen

 

So funktioniert´s

Zimt mit Kristallzucker in einem flachen Teller verrühren.

Für den Backteig das Ei trennen.

Butter zerlassen.

Eiweiß zu Schnee schlagen.

Mehl, Dotter und Wein mit dem Schneebesen oder dem Handmixer zu einem glatten Teig verrühren. Salz, Staubzucker und zerlassene Butter zufügen.

Eischnee unter den Backteig heben. 10 Minuten rasten lassen.

Äpfel schälen und Kerngehäuse mit einem Kerngehäuseausstecher entfernen. In 1 cm dicke Scheiben schneiden.

Pflanzenöl mindestens Daumendick hoch in einem Topf auf ca. 160°C erhitzen. Apfelscheiben mit einer Gabeln durch den Backteig ziehen und vorsichtig in das Öl geben. Im Öl ca. 4–5 Minuten goldbraun backen, dabei einmal wenden.

Herausheben, auf Küchenpapier abtropfen lassen und noch heiß im Zimtzucker wälzen

Mit Staubzucker bestreuen und servieren.

 

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