Kindheitserinnerungen im Suppenteller

Als Kinder waren wir doch zumeist alle ziemliche Suppenkasper. Stand jedoch Buchstabensuppe am Speiseplan, wendete sich das Blatt schlagartig und im Nu erfreute sich die Mahlzeit größter Beliebtheit. Es bedurfte beinahe schon physikalische Fähigkeiten, um in mühevoller Kleinstarbeit die Buchstaben von der heißen Rinderbrühe zu trennen. Denn alles was zählte, war Buchstaben zu suchen, Wörter zu bilden, um daraus kleine literarische Kunstwerke zu schaffen. Die Suppe selbst - vom Gemüse ganz abgesehen - blieb meist übrig.

Um kaum eine andere Suppe ranken sich so viele Kindheitserinnerungen. In wem steckte damals kein kleiner William Shakespeare? Wer hat es damals nicht ausprobiert, seinen Namen aus den kleinen, feinen Buchstaben aus Hartweizengrieß zu legen. Zumal uns Fragen über Fragen beschäftigten: Ist in der kleinen Verpackung wirklich immer das komplette Alphabet, sind alle 26 Buchstaben gleichmäßig verteilt, oder kommen manche Buchstaben häufiger vor als andere und wie wird die Suppeneinlage überhaupt produziert, wie entstehen die Buchstaben?  

Das waren die wahren Fragen des Lebens, die uns in der Kindheit bewegten.

Ein Flashback.


Buchstabensuppe - ein Flashback aus der Kindheit

 

Wenn wir an Buchstabensuppe denken, werden mit Sicherheit viele schöne Kindheitserinnerungen wach. So auch bei Mister Häferlguckerin. War die Suppe doch in seiner Kindheit die Lieblingsspeise und das Highlight am Speiseplan schlechthin. Heute durfte ich seine Erinnerungen an die Kindheit in den Suppenteller holen, Gedanken an die man sich auch Jahre, gar Jahrzehnte später noch gerne erinnert. Daher darf dieses Rezept in keiner Kinderstube fehlen.

   

Zutaten für  4 Personen

Zubereitungszeit:  30 Minuten, 3 1/2 Stunden Kochzeit

Für Hobbyköche

   

Für die Rindsuppe

1 ¼ kg Beinfleisch

2 - 3 l

kaltes Wasser

1 große

Zwiebel

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Suppengrün (Karotten, gelbe Rübe, Knollensellerie, Petersilienwurzel, Lauch, frische Petersilie)

8 Pfefferkörner

3 Wacholderbeeren

4 Neugewürzkörner (Piment)

1 Lorbeerblatt

Etwas Muskatnuss – frisch gerieben

Meersalz und Pfffer aus der Mühle

4 EL Olivenöl

 

Für die Suppeneinlage

2 Karotten - in Scheiben geschnitten und in heißem Wasser bissfest gedünstet

100 g Buchstaben - in etwas Salzwasser bissfest gekocht

Frischer Schnittlauch zum Garnieren

  

So funktioniert´s 

 

Beinfleisch mit kaltem Wasser abschwemmen.

Wurzelwerk putzen und in grobe Stücke schneiden.

Zwiebel halbieren und mit der Schnittfläche nach unten in einer beschichteten Pfanne ohne Fett anrösten bis sie braun ist.

Öl in einem großen Topf erhitzen. Geschnittenes Wurzelwerk (bis auf Petersilie) darin etwas anrösten.

Nun mit 2 bis 3 Liter kaltem Wasser aufgießen, das Beinfleisch, die Zwiebel, die Gewürze und Petersilie dazu geben. Flüssigkeit erwärmen und Suppe 2½ bis 3 Stunde leicht sieden lassen.

 

Anschließend die Suppe durch ein Sieb in einen Topf abgießen und mit Muskatnuss, Salz und Pfeffer abschmecken. Damit die Suppe klar wird, die Suppe absetzen lassen und

dann durch ein mit einem Tuch ausgelegtes Sieb abseihen. 

Ist die Suppe grau, da sie ev. doch zu stark gekocht hat, so gibt man in die Suppe eine Eierschale hinein bzw. lässt ein Eiweiß darin stocken und seiht die Suppe danach ab. Die Schale oder das Eiweiß entzieht der Suppe den grauen Schleier.

 

Zum Anrichten, Karottenscheiben und die weicht gekochten Buchstaben in den Suppenteller geben und mit heißer Rindsuppe aufgießen. Schnittlauch in Röllchen schneiden und die Suppe damit garnieren.

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